
Gerd Klestadt wurde am 23. Dezember 1932 als Kind jüdischer Eltern in Düsseldorf geboren. Als die Nationalsozialisten 1933 in Deutschland an die Macht kamen und die Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung begann, zog seine Familie nach Den Haag (Niederlande). Kurz nach der Besetzung der Niederlande durch das nationalsozialistische Deutschland im Mai 1940 begann auch dort die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. Die Familie musste erneut fliehen. Sie fanden ein Versteck bei einer Familie im Nachbarort. Dort wurden sie durch Nachbarn verraten und im Februar 1943 verhaftet. Über das Durchgangslager Westerbork wurden sie im Februar 1944 in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert. Die Großmutter von Gerd Klestadt wurde von Westerbork aus nach Sobibor deportiert und dort kurz nach ihrer Ankunft ermordet. Sein Vater starb in Bergen-Belsen an Entkräftung. Klestadt selbst konnte das Lager mit seiner Mutter und seinem Bruder am 7. April 1945 mit dem Zug in Richtung Theresienstadt verlassen. Am 13. April 1945 wurden sie in Fallersleben (bei Magdeburg) befreit und kehrten in die Niederlande zurück.
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Ein großer Teil der Familie Klestadt wurde von den Nationalsozialisten in Auschwitz, Sobibor und Treblinka ermordet. Nach einer langen Phase aus Verdrängung, Schmerz und Depression begann er mithilfe einer Trauma-Therapie die Aufarbeitung seiner Geschichte.
Heute ist Gerd Klestadt in den Schulen von Luxemburg, Deutschland und Frankreich etc. ein häufig geladener Zeitzeuge, der den Schülerinnen und Schülern seine Geschichte eindringlich und anschaulich vermitteln kann.
Die Geschichte von Gerd Klestadt und seiner Familie steht stellvertretend für die Geschichte von sechs Millionen Jüdinnen und Juden, die im Nationalsozialismus ermordet wurden. Sie zeigt uns, wohin Antisemitismus als eine Ideologie der Ungleichwertigkeit führen kann, nämlich zu Ausgrenzung, Vertreibung und Vernichtung. Seine humanistische Botschaft für die jungen Menschen von heute ist eine Mahnung, sich dem europaweit erstarkenden Rechtspopulismus und Antisemitismus entgegenzustellen.
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